Ortsteilprojekt  des NV Schimmelreiter Güttingen e.V. "Kulturdenkmal Schwedenschanze"

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verlief die Handelsstraße von Stockach und dem nördlichen Bodenseeufer nach Konstanz auf Güttinger Gemarkung in etwa so, wie heute die Bundesstraße 34.

Dem heutigen Gewann "Schanzösch" kam dabei besondere strategische Bedeutung zu. Wollte man nach Konstanz gelangen, so konnte dies nur über den Bodanrück mit seinem beschwerlichen Aufstieg, den Weg über Stahringen und Böhringen nach Radolfzell durch Moor und Sumpf, oder eben über die kleine Anhöhe bei Güttingen erfolgen. Letztere war für die Heere der Württemberger und Schweden der angenehmste und einfachste Weg Konstanz zu erreichen und anzugreifen.

Daher wurde (ca. 60m östlich versetzt) auf dem ursprünglichen Weg die sogenannte "Schwedenschanze" zwischen Stahringen und Güttingen erbaut und sollte damit dem Schutz der Stadt Konstanz vor den herannahenden, feindlichen Heeren dienen.

Charte von Schwaben  Nr. 40, um 1800 von     Plangrundlage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung in                 Zeichnung: Roland Gäfgen

von J. Amman, Copyright Universitätsbiblio-    Baden-Württemberg; Bearbeitung: Jürgen Hald                                                            Entwurf: Andreas Bohl

thek Tübingen

Auf Initiative unseres Ehrennarrenrates Andreas Bohl begann der NV Schimmelreiter 2020 mit der Freilegung der z.T. stark verwilderten Anlage und deren Teilrekonstruktion. In vielen Stunden mühevoller Arbeit im Feld und unzähligen Absprachen mit Ämtern, Sponsoren und Beratern, gelang es innerhalb eines Jahres die historische Anlage wieder zugänglich zu machen und der Region wieder ins Bewusstsein zu rufen.

 

Das Projekt "Kulturdenkmal Schwedenschanze" haben finanziell, logistisch, ehrenamtlich, gestalterisch und beratend unterstützt:

 

Narrenverein Schimmelreiter Güttingen e.V. mit Präsident Manfred Hiller

Andreas Bohl, Bauträger, Radolfzell

Moritz Bohl, Bohl Gartenbau, Radolfzell

Zeljiko Nikifor, Bauunternehmen, Überlingen a.R.

Christof Stadler, Radolfzell

Gerhard Heizmann, Kreisforstamt

Ortschaftsrat Güttingen mit Ortsvorsteher Martin Aichem

Hildegard Bibby, Stadtarchiv Radolfzell

Dr, Jürgen Hald, Kreisarchäologe

Dr. Bertram Jenisch, Landesdenkmalamt Ba-Wü

Roland Gäfgen, Remmingen

ARCHÄO, Matthias Seitz, Rottenburg

Messmer Stiftung, Radolfzell

Landkreis Konstanz

Landesamt für Denkmalpflege Ba-Wü

 

Allen Beteiligten gilt unser herzlicher Dank für die zahlreich geleisteten Arbeitsstunden, sowie Sach- und Geldspenden. Ohne diesen Einsatz wäre die Realisierung des Projekts nicht möglich gewesen.

 

Am Sonntag, 19.09.2021 wurde das Kulturdenkmal "Schwedenschanze" mit einem Festakt, im Rahmen der 2021 in Radolfzell stattfindenden Heimattage Baden-Württemberg, feierlich eingeweiht.

 

Ortsvorsteher Martin Aichem begrüsste die Gäste und der Oberbürgermeister der Stadt Radolfzell, Martin Staab, schritt in Begleitung zweier "Schimmele" zur Enthüllung der Informationstafel.

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald und der Gebietsreferent Archäologische Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, Dr. Bertram Jenisch aus Freiburg, erläuterten danach die Bedeutung von Bodendenkmälern und betonten die Vorbildfunktion des Güttinger Projektes für die Erhaltung anderer Schanzen im Land.

Im Anschluss erklärte Stadrat und Heimatforscher Christof Stadler den anwesenden Gästen die Entstehung der Güttinger Schanzanlage und die damit verbundenen Strapazen, sowie den Verlust der Schanze, wie es z.B. durch die Allensbacher Chronik überliefert ist.

Auszug aus der Allensbacher Chronik

von Gallus Zembroth

(Quelle: "Quellensammlung der badischen Landesgeschichte", F.J. Mone, Karlsruhe 1863, S. 566 ff)

Koordinaten:

47°46'39.4"N 8°58'53.3"E

47.777602, 8.981473

QXHJ+2H Radolfzell am Bodensee